Es war ja von vornherein klar, dass wir ein Auto brauchen werden. Das Ding ist, dass die Amerikaner ihre Städte so bauen, dass gefühlt jeder zweite Häuserblock ein Parkplatz ist. Auf dem Campus kann man tatsächlich alles zu Fuss erreichen, aber sobald man mal einkaufen will, ist man sofort auf ein Auto angewiesen. Auch andere Leute hier besuchen, geht nicht wirklich ohne Auto, es sein denn man will >30 min zu Fuß gehen. Wir werden uns mal noch um Fahrräder kümmern (für die kürzeren Strecken). Jessicas Eltern haben uns angeboten zu helfen, haben mir empfohlen, ein Auto zwischen 4000 und 5000 Dollar zu kaufen, da alles andere hier schnell in die Werkstatt muss. Ja, nach ein paar Touren zu Autoverkäufern (Kontakt über Kleinanzeigen), hat Eric mir einen Chevy Blazer in feuerwehrrot empfohlen, ist ausm Jahr 2002.für 3000 $ mit ein paar kleinen Macken (Power Mirrors und Windows funzten nicht). Also kamen in der Werkstatt seines Cousins Joe nochmal 330 $ drauf, die Haftpflichtversicherung natürlich von 701$ für Jana und mich für 6 Monate, und so wurden es also doch noch 4000$. Geiles Teil, eigentlich wollte ich gar keinen SUV, sondern eher so was japanisches oder europäisches, aber ich fand den Chevy ziemlich schnell ziemlich cool, als ich ihn gesehen hab. Man findet ihn auf Parkplätzen schnell wieder. Aber mal im Ernst, es gibt Pickups, die sind immer noch doppelt so groß, Schlachtschiffe, die in Deutschland um keine Straßenecke passen. Aber hier ist das ja alles nicht so wild… Wer hätte gedacht, dass so mein erstes Auto aussehen wird!
Mai 11
Was noch zusammenzufassen war …
Ich wollte mal im Nachhinein eine Zusammfassung von allen Vorbereitungen geben, die nötig waren, damit Jana und ich hier in Norman, Oklahoma landen konnten. Wie vielleicht einige wissen, habe ich nach Ende meiner Doktorarbeit eine Stelle für meinen Postdoc gesucht und hier in Norman im Labor von M.J. McInerney gefunden. Mein Thema ist die „Untersuchung und Charakterisierung eines Butyrat-induzierten Membrankomplexes zur Energiekonservierung bei syntrophem Wachstum von Syntrophomonas wolfei und Methanospirillum hungatei“. Bedarf keinerlei näheren Erläuterung und erklärt ja klar und deutlich, worum es dabei geht, oder? Für das DFG-Stipendium brauchte ich neben einer guten Note die Zusage meines zukünftigen Chefs, einige Empfehlungen von deutschen Professoren und eben den aussagekräftigen DFG-Antrag zum Thema, der meine Pläne und mein Wissen zu diesem Thema etwas detaillierter darstellte. Nachdem die Entscheidung, mich in diesem ambitionierten Projekt (O-Ton) zu unterstützen, seitens der DFG Anfang Februar diesen Jahres (nach 5 Monaten) gefallen war, war es nun an mir, alle nötigen organisatorischen Schlachten zu planen und zu schlagen.
Mai 03
Anjekommen…
Liebe Daheimgebliebene,
wir sind angekommen, wenn auch mit Jetlag, der nach der 24stündiger Anreise wohl zu erwarten war. Mit dem heutigen Tag geht es körperlich hoffentlich bergauf. Ohne Wecker startete auch der Donnerstag mal wieder um halb sechs Uhr morgens, das Durchschlafen müssen wir auf jeden Fall noch etwas perfektionieren.



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